Hunde longieren

Wollt Ihr eine, in Deutschland noch recht unbekannte, aber sehr effektive Art des Bindungsaufbaus, der geistigen und körperlichen Auslastung Eures Hundes kennen lernen?

Man benötigt dafür nur einen Kreis mit einem Durchmesser von ca. 10 m, abgesteckt aus Absperrband und Zeltheringen sowie je nach Triebveranlagung des Hundes ein Spielzeug oder Futterstücke und eine 5 m Leine oder wenn vorhanden eine
10 m Leine (Schleppleine).

Gerade bei Hunden, die sich leicht von Reizen aller Art ablenken lassen, bietet das Longiertraining eine gute Möglichkeit, die Kommunikation im Hund/Mensch-Team aufzubauen, zu verbessern und zu festigen. Hörzeichen werden durch Körpersprache ersetzt, was zur Folge hat, dass sich der Hund in seiner Konzentration auf seinen Menschen noch mal steigern muss.

Neben dem Bindungsaufbau - die Grundvorrausetzung für Erziehung und Ausbildung im Hund/Mensch-Team - sind Temporegulierung, Führung auf Distanz, Standort des Hundehalters (vor oder hinter dem Hund), Arbeiten ohne viel kommunikative Motivation über Ruhe und Ausgeglichenheit und des Links- bzw. Rechtswinkels, je nach Vorliebe des Hundes,
die Feinheiten des Longierprinzips. Eine weitere tolle Möglichkeit besteht im Schaffen von Tabubereichen, um dem Hund zu kommunizieren: Dies ist für dich ein gesperrter Raum, alles was darin liegt hast du nicht anzurühren....

Longieren kann man aus Spaß an der Freude, um den Hund auszulasten, als Konditionstraining oder als eine andere Form der Erziehung sehen. Dann ist aber darauf zu achten, dass man das Prinzip verstanden hat und auf die Feinheiten, insbesondere die der Körpersprache achtet!! Auf den Trainingskreis kann am Ende, wenn beide im Team das Longieren beherrschen, verzichtet werden. Der Hund wird später nur noch über die eigene Individualdistanz in die "Kreisarbeit" geschickt.

Das Arbeiten am Longierkreis kann auch für andere Sportarten wie z. B. Agility genutzt werden. Befehle wie: Rechts; Links; Kehrt, Hürde.... werden dann nur über die Körpersprache ausgeführt. Hierfür werden dann die Geräte innerhalb oder außerhalb des Longierkreises aufgestellt und mit Hilfe der Individualdistanz und der Körpersprache kann der Hundehalter dann seinem Hund vermitteln, welches der Geräte er "nehmen" soll und welches er auslassen soll.