Fährtenhundausbildung

Ausgearbeitet von Ralf Rödig

Das hier niedergeschriebene ist in keinster Weise als das non plus ultra anzusehen. Es spiegelt lediglich die Erfahrung wieder, die jeder selbst gesammelt hat. Dies hier ist nun einmal meine Erfahrung. Das Rad brauche ich nicht neu zu Erfinden.

Ziel ist das schrittweise Suchen von Tritt zu Tritt. Das Tempo des Hundes wird dabei nicht durch die Leine vorgegeben, sondern durch den Hund.

Beim Legen müssen wir erreichen, dass der Bodengeruch dominiert und sich wie ein roter faden für den Hund nicht sicht- aber riechbar durch das Gelände zieht.

Möglichst Gelände auswählen ohne Bewuchs. Wenn der Hund so seine Belohnung findet wird er das mit diesem Typ Fährte verknüpfen und langsam und korrekt von Tritt zu Tritt suchen. Nun ist es an uns den Hund so zu motivieren das er über längere Zeit konzentriert sucht.
Durch Schaffen günstiger Voraussetzungen, einfaches Gelände, einfache Fährten, erreichen wir genau das. Dadurch halten wir die Motivation hoch. Der häufigste Fehler ist ein zu schnelles steigern der Schwierigkeit.

Oberstes Ziel muss sein, dass der Hund ohne unsere Hilfe und Korrektur die Fährte selbst findet.

Voraussetzungen dafür sind:

Richtiges Gelände

Den Hund sorgfältig auf die Fährte vorbereiten und ruhig an die Fährte heranführen

Das Legen der Fährte (Aufbau der Fährte )

Windrichtung beachten

zu 1. Weicher Acker, die Tritte sind sichtbar für den Hundeführer, dass ermöglicht eine gute Kontrolle und der Geruch wird in den tiefen abdrücken sehr stark sein. Die Belohnung am Hackentritt Ablegen ( so wird sie nicht sofort gesehen !) und so wählen, das sie nicht zu groß und nicht zu klein ist. Sind sie zu groß, wird der Hund durch kauen abgelenkt, sind sie zu klein ist das Interesse am Futter zu gering.

Wichtig ist auch eine auf den Hund abgestimmte Schrittlänge. Zu kurz = Ungeduld und Hektik beim Hund kommen auf. Lange Schritte lassen den Hund flüssig und ruhig suchen. Durch Futtergröße und Schrittlänge bestimmt man die Geschwindigkeit.

Legen der Fährte

Es ist unsere Aufgabe durch das richtige legen der Fährte den Stil des Suchens zu beeinflussen. Es soll auf den Hund abgestimmt sein damit es auch angenehm für ihn wird.

Schrittlänge und seitlicher Abstand sollten normal sein. Den Hund jetzt genau beobachten. Sucht er zu schnell ist die Schrittlänge bzw. das Futter zu Vergrößern. Als Futter eignet sich

all das was der Hund gerne frisst. Legen am Anfang immer mit dem Wind.

Der Abgang (oder Ansatz ) sollte nicht zu groß getreten werden. Einige dicht beieinander liegende parallele Tritte. Auch sollte kein Futter wahllos darauf verstreut werden. Es genügt ein Stück oben in die Mitte zu legen und unten rechts und links in die Ecken. Das ende sollte

auch Futter enthalten, nicht zuviel, denn das Futter auf der Fährte soll interessant sein.

Anfänglich besteht eine Fährte aus dem Abgang und einer kurzen geraden und dem ende, die gerade verlängert sich im lauf der Zeit.

Den Hund Ansetzen

Der Hund sollte ruhig und zügig angesetzt werden. Hat er dann das erste Fütterstück erreicht,

sollte die Leine locker gelassen werden. Eine straffe Leine schafft zuviel Drang nach vorne.

Zu starkes einwirken auf den Hund macht ihn nur Hecktisch. Sollte er nicht sofort die Fährte aufnehmen nicht sofort helfen und ruhig bleiben. Es sollten auch nur drei Kommandos für die Fährte benutzt werden. 1. Such, um beim Hund das von ihm verlangte auszulösen. 2. so ist fein, um ihn auf Entfernung zusätzlich zum Futter bestätigen zu können und 3. Pfui ist das

(oder ein ähnliches Kommando) um ihn wieder auf Entfernung führen zu können wenn er nicht mehr auf der Fährte ist. Wobei „nicht mehr auf der Fährte" je nach Windrichtung zu sehen ist. Hat er bei der Sucharbeit z.B.. Seitenwind, kann es sein, dass er ziemlich weit neben der Fährte sucht. Das ist aber in keinster weise schlimm denn ein guter Suchhund nimmt den Geruch auf der durch die Zertretene Fauna ausgelöst wird. Dieser wird nun einmal vom Wind weggetragen. Sollte der Hund zwischendurch die Nase heben, so ist das zwar nicht erwünscht, aber kein Grund um nervös zu werden. Ist der Hund richtig motiviert, fängt er wieder ganz alleine an zu Suchen. Am Ende angekommen, lassen wir ihn ruhig das dort liegende Futter aufnehmen und führen ebenso ruhig von der Fährte weg.

Winkel einbauen

Wenn der Hund eine 60 – 80 Schritt lange geradeaus Fährte beherrscht, d.h. korrekt und konzentriert absucht, jedes Futterstück findet und aufnimmt, können wir anfangen Winkel einzubauen. Wichtig dabei ist, dass er den Winkel selbstständig findet. Auch das richtige legen des Winkels ist wichtig. Er muss sich in das rechts und links der Schritte einfügen.

Um den Hund zu motivieren, sollte nicht sofort ein rechter Winkel (90 Grad) gelegt werden.

Es sollte mit einem leichten Bogen begonnen werden. Nach dem Bogen 20 – 30 schritt gehen und die Fährte beenden. Den Bogen von mal zu mal zu einem rechten Winkel ausbauen.

Nicht viele Winkel üben, wenige, aber dafür korrekte. Wenn der Hund den Winkel überläuft, das kommt vor, nicht Hecktisch werden, sondern sich auf seinen Hund verlassen und ihn den Winkel finden lassen. Er schafft das!!!

Gegenstände einbauen

Beherrscht der Hund die Winkel, kann mit Gegenständen begonnen werden. Das Platz haben wir vorher schon durch Motivation gelehrt. Es darf keinen Stress erzeugen.

Wir platzieren einen relativ großen Gegenstand ca. 20 Schritt nach einem Winkel in einen Tritt. Auf den Gegenstand legen wir Futter. Findet der Hund den Gegenstand wird er das Futter Aufnehmen. Das ist der Moment wo wir neben ihn treten und in der geschlossenen Hand halten wir Futter vor den Hund auf den Gegenstand. Legt sich der Hund wird die Hand geöffnet und die Belohnung in Form von Futter wird gegeben. In dieser Position wird er durch Füttern stabilisiert. Gefüttert wird nicht aus der Hand sondern vom Boden.

(Gegenstand)

Such der Hund die Fährte mit Winkel + Gegenstand, können wir anfangen den 2. Winkel zu legen. Gesamtlänge aber höchstens 200 Schritt.

Wird der 2. Winkel auch korrekt gesucht so bauen wir den 2. Gegenstand ca. 30 Schritt nach

dem 2. Winkel ein. Prozedur genau wie bei Gegenstand 1. Wenn das alles korrekt klappt, können wir Schwierigkeiten einbauen. Geländewechsel z.B.. Grasbewuchs.

Aber immer der Motivation des Hundes entsprechend mal leicht mal schwer. Nur so erhält der Hund und auch wir das entsprechende Erfolgserlebnis.

Bei weiteren Fragen schreibt uns eine E-Mail !!